So jung die Geschichte von "B3B1B" eigentlich erst ist, es brauchte dennoch ca. 12 Jahre, bis die Band in ihrer jetzigen Zusammensetzung enstanden ist. 1987 trafen sich Armin W. Bach und Stefan "Kugie" Kugler, der bis zu diesem Zeitpunkt vorwiegend bei Bands der "härteren" Gangart spielte, durch Armins Kabarett-Projekt "Die Toffees". Beide verband sofort der Wille, ihre Vorstellungen von Musik gemeinsam umzusetzen, was zu gewissen Irritationen mit den anderen "Toffees" führte.

Nachdem dies geklärt wurde (die Gruppe wurde kurzerhand aufgelöst), nisteten sich die beiden mit Gitarren, Bass und Hektolitern von Kaffee in Kugies Zimmer ein. Es entstanden Songs - teils deutsch, teils englischsprachig - , die eigentlich gar nicht so weit weg waren, von dem, was "B3B1B" heute so macht. Allerdings wollte Kugie unbedingt mit Schlagzeug und E-Gitarren arbeiten, Armin hätte am liebsten den Gefangenenchor aus "Nabucco" engagiert. Einig waren sich die beiden, dass auch visuell "was passieren" müsse..

Nach vielen Überlegungen, Versuchen und etlichen Tassen Kaffee später enstand die Idee einer Show, die die unterschiedlichsten Musikstile mit ausdrucksstarken Texten und einer durchgehenden, inhaltlichen Handlung zusammen mit optischen Elementen verband. So hatte jeder der Musiker verschiedene Rollen zu spielen, wobei auch Dias und ein abgestimmter Bühnenaufbau zum Einsatz kommen sollten.

Dann war es soweit: Mit der Gruppe BAKU sollte diese Idee Wirklichkeit werden. Zwischen 1991 und 1992 enstand die Show "My Bequest" sowie zwei dazugehörige Tonträger ("Sequences of my bequest" und "Ballads of my Bequest"). Eine Vielzahl von Auftritten in ganz Deutschland festigte den Ruf dieser Gruppe. Die ursprünglich als LP erschienene "Sequences of my bequest" ist mittlerweile ein gesuchtes Sammlerstück, da natürlich längst vergriffen.

Nach mehreren Umbesetzungen und endloser Suche nach einem neuen Gitarristen stand dann  auf einmal  ein junger,  schlaksiger Typ  vor der Proberaumtür und stellte sich als Marcus Waloschik vor. Frei nach dem Motto "er kam, spielte und siegte ..." stieg er 1993 bei BAKU ein. Mit ihm enstand dann die nächste Show "Dirge on the pyre" zu der ebenfalls eine "passende" CD erschien.

Auch mit dieser Show tourte man wieder durch die Lande und spielte auch im Rahmen einer Benefiz-Aktion mehrere Auftritte in Bosnien. Zu dieser Tour ging die Band ins Studio und nahm zusammen mit Mitgliedern der Gruppe "Die Blu´men" den Song "Bosna Moja" auf, den Armin aufgrund einer frühreren Bosnien-Reise schrieb. Dieser Song sollte der größte Erfolg der Gruppe werden und er erreichte den ersten Platz der bosnischen Radio-Playlist im Kanton Bihac. "Bosna Moja" erschien später in Deutschland auf der CD "In dieser Stadt" der Gruppe "Langer Bach", da es keine weitere BAKU-CD mehr geben sollte: Nach wiederholten Wechseln von Musikern und einigen weiteren "unerfreulichen" Ereignissen gab das Triumvirat Bach/Kugler/Waloschik entnervt auf.

An dieser Stelle sei noch ein kleines Geheimnis gelüftet: Es wurde immer nach der Bedeutung des Namen BAKU gefragt: Nein, mit der gleichnamigen Stadt hatte er nichts zu tun. Kugie hatte immer erkärt, der Name würde aus dem Alt-Griechischem stammen und übersetzt: "alte Ledergamasche" heißen. Hier nun hochoffiziell die Auflösung: BAKU war nur ein Wortspiel aus den Namen Bach und Kugler. Rein theoretisch hätten sie sich auch KUBA nennen können ...

Auch um den Frust besser verkraften zu können, machte sich jeder daran, sofort wieder mit anderen Musikern zu arbeiten. Armin gründete "Langer Bach"; mit dieser Formation spielte er auch eine CD ein (s.o.). Zudem schrieb er an seinem "Hobby", der Rock-Oper "Buckel Pickel". Auch für andere Künstler schrieb er Texte und komponierte. Mit Robert Wachsmann trat er zudem noch als Folk-Duo auf.

Kugie gründete mit Peter Knott das Rock-Trio "The Travellers", mit dem er u.a. auch im Vorprogramm der kanadischen Band "Saga" spielte. Er moderierte außerdem regelmäßig eine Sendung bei der Nürnberger Radio-Station "Rockin´Radio 91.0". Später stieg er auch noch bei der Formation "La Roque" ein.

Marcus studierte auf dem MGi in München Gitarre, gab Unterricht und spielte bei diversen Cover- und Countrybands. Er übernahm auch die Gitarrenparts auf der CD von Wibke Hott. Zwar hatten die Drei in dieser Zeit  kaum Kontakt  zueinander, doch war Marcus für Kugie die erste Wahl, als der Platz des Gitarristen bei "La Roque" neu besetzt werden musste. Und so spielten die beiden doch wieder zusammen in einer Band.

Musik ist Magie, ist Kommunikation. Was hier so weise klingt ist etwas, das jeder Musiker kennt. Es geht nicht nur um Erfolg und trotz aller Professionalität auch nicht nur um Geld. Es ist das Gefühl, wenn Leute an ein "Projekt" glauben, wenn Leute sich gegenseitig begeistern können und sich aufreiben, aneinanderreiben können, wenn "etwas" entsteht ...

Den Dreien war klar, dass irgendwas nicht so läuft, wie sie es gerne hätten. Wahrscheinlich wussten sie auch, was es war, aber keiner wollte den ersten Schritt machen. Zwar sprach man wieder miteinander (Marcus und Kugie machten ja auch wieder zusammen Musik) aber das war´s dann auch schon wieder ...

Armin schrieb auch Musik, die er gerne selbst verwenden wollte und die nicht zu "Langer Bach" passte. Irgendwann fragte er dann doch etwas vorsichtig bei Marcus und Kugie mal nach, wie es denn so wäre und ob man nicht mal was ausprobieren könne und ob man nicht Lust hätte, so "just for fun, ganz ohne Stress" und überhaupt ... Mit einem mulmigen Gefühl trafen sich die Drei dann und nach erneutem "Beschnuppern" (komisch, man kannte sich ja schon seit Jahren) machte man ein bischen Musik.

Nach ca. 20 Minuten wussten sie: That´s it! In dieser Besetzung oder gar nicht. Innerhalb kürzester Zeit wurde ein komplettes Programm auf die Beine gestellt, die zehn Auftritte, die man eigentlich "irgendwann nächstes Jahr mal so halt spielen wollte" wurden einfach im nächsten Monat absolviert. Seitdem wurde quer in diesem unseren Lande gespielt, man schaute auch mal wieder in Bosnien vorbei, die CD "Käpt´n, Käpt´n" erschien und der Terminkalender wurde immer voller.

Das interessante an der Band ist eigentlich, dass sie fast überall spielt. Sei es in Clubs, in denen die Bühne so klein war, dass man sich quasi "hintereinander" aufstellte, über Kleinkunstbühnen wie z.B. im Münchner Fraunhofer oder der Kleinkunstfabrik (ebenfalls München) bis hin zu großen Veranstaltungen wie dem Nürnberger Bardentreffen. Sei es zusammen mit "typischen" Liedermachern auf einem Festival in Crossen/Thüringen oder mit Rockbands auf dem großen Anniversairy-Concert in Neukenroth (B3B1B spielten dort sogar 1999 und 2000), Berührungsängste kennen die Jungs wirklich nicht.

Ihr blauer Bandbus ist eigentlich ständig mit ihnen unterwegs, man darf gespannt sein,
wohin sie die Reise noch führt ...